Bürgerfrage zum Fachärztemangel

Vermehrt erreichen mich Bürgerfragen zu verschiedenen Themen. Einiges konnte ich auf meiner Homepage bereits beantworten. So möchte ich es auch mit den Fragen eines Bürgers zum Fachärztemangel in Herzebrock-Clarholz machen. Sicherlich ist dies auch zusätzlich zum meinem Beitrag „Medizinische Versorgung“ interessant für Sie.

Ich Freue mich sehr, wenn Bürgern mit mir in den Dialog gehen. Wenn auch Sie Fragen an mich haben, stellen Sie mir diese gerne!


Sehen Sie den Mangel an Fachärzten auch als Problem an?

„Den eklatanten Ärztemangel gerade auf dem Land kann ich total nachvollziehen. Viele Fachärzte verschlägt es leider in größere Städte und Gemeinden.“

André Kunst

Wenn ja, mit welchen Ideen und Maßnahmen wollen Sie dem Problem entgegenwirken?

„Im Moment ist es ja so, dass ein Teil der Studienplätze an Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, als Allgemeinmediziner aufs Land zu gehen. Diese Studiengänger sind jedoch frühestens ab 2030 fertige Allgemeinmediziner.
Der Ansatz ist gut, aber zeitlich doch sehr weit entfernt. Keiner weiß jetzt, wie die Bedarfe in 10 Jahren sind. Trotzdem sollte man auch weiterhin die Zusammenarbeit mit der Fakultät Bielefeld ausbauen.


Die Kommunalpolitik kann meiner Meinung nach so einiges unternehmen, wir müssen permanent mit den ansässigen Praxisinhabern, den Nachfolgern und Rückkehrern im Dialog stehen.
Die Themen sind die Öffentlichkeitsarbeit, Werbemaßnahmen und die Schaffung von räumlichen und technischen Möglichkeiten.

Viele angehende Ärzte schreckt wahrscheinlich auch der hohe Bürokratieaufwand und die Ängste vor Regressen und Sanktionen zurück.

Wie bei uns schon eingeführt hat der Anreiz durch finanzielle Fördermittel noch keine weiteren Ärzte nach Herzebrock-Clarholz verschlagen, dieses Instrument scheint mir auch nicht das Richtige zu sein.

Der Ansatz der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, dass das Praxismanagement von professionellen, am Markt etablierten Dienstleistern übernommen wird, dem könnte ich mich anschließen. Dadurch entsteht deutlich mehr Zeit für den Patienten und für die Behandlung. Dadurch kann meiner Meinung nach auch die Motivation steigen, wieder Arzt auf dem Lande zu werden. Wir müssen wieder zeitgemäße Konzepte ermöglichen zur Teilhabe am gemeinsamen Leben in der Kommune, was mit Sicherheit auch vielen einsamen Menschen entgegenkommt.
Durch die Auslagerung von betriebswirtschaftlichen Aufgaben wäre aus meiner Sicht ein wirksamer Beitrag gegen den Ärztemangel. Die Umsetzung wird natürlich nicht von Jetzt auf Gleich umzusetzen sein, dies wird ein längerer Prozess sein.

Gleichzeitig könnte ich mir auch einen weiteren Anreiz für eine Niederlassung vorstellen, z.B. durch verschiedene Gestaltungsformen und die Bildung von Gemeinschaftspraxen. Geplant war seinerzeit mal ein Ärztehaus in Clarholz, was leider gescheitert ist, die genauen Gründe sind mir nicht bekannt.“

André Kunst

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